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FLIEG, GEDANKE, FLIEG...Haben Sie mal Lust, sich den Kopf Ihrer besten Freundin aufzusetzen oder
mit Indianerfedern in sechs verschiedenen Farben zu denken? Doch zunächst möchte ich Ihnen die einfachste Form einer Aufstellung mit so genannten Bodenankern vorstellen. Entwickelt haben sie Eva Madelung
und Barbara Innecken*. Sie brauchen dazu ein paar Farbstifte, zwei Blatt
Papier (am besten im A3-Format) und ein Anliegen, eine Fragestellung.
Jetzt versuchen Sie, mit Ihrer nicht dominanten Hand intuitiv ein Bild
Ihres Anliegens zu malen; nehmen Sie es in beide Hände und legen
Sie es an einem für Sie gerade stimmigen Platz auf dem Boden aus. Das Entscheidende bei dieser Übung ist, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen aus einem Abstand als „neutraler Beobachter“ wahrnehmen können. Diese Sicht von außen verhilft uns oft zu einer erstaunlichen Veränderung unserer bisherigen Sichtweise. Das neutrale Blatt sollte weit genug entfernt vom Blatt mit dem Anliegen positioniert werden, um den Blick von außen auch wirklich zu ermöglichen. Wichtig ist auch, dass Sie sprachlich ausdrücken, dass Sie aus den Augen einer anderen Person auf sich selbst schauen. Als neutraler Beobachter sprechen Sie von sich in der dritten Person: „Ich würde Herrn/Frau.....raten....“. * In ihrem faszinierenden Buch "Im Bilde sein" beschäftigen
sich die beiden Autorinnen u.a. mit der vielfältigen Arbeit mit Bodenankern.
NIMM EINFACH EINEN ANDEREN KOPF Auch diese Übung erleichtert es Ihnen, durch einen Perspektivenwechsel
eigene Sichtweisen zu erweitern und über den berühmten eigenen
Tellerrand hinauszublicken. Das kleine Experiment wurde von Vera F. Birkenbihl
ersonnen, und ich finde es schlicht genial. Es kostet Sie eine Viertelstunde:
5 Minuten Vorbereitung – 5 Minuten Durchführung – 5 Minuten
schriftliche Reflexion. Jetzt denken Sie an eine Person z.B. aus Ihrem Freundeskreis, die Ihnen
bei diesem Thema ein Vorbild ist. Notieren Sie sich den Namen dieser Person. Abschließend halten Sie schriftlich fest, was Ihnen so alles durch diese fremden Gehirnwindungen geströmt ist. DIE 6 DENKFEDERN Sicherlich ist Ihnen das Phänomen aus den "brainstormings"
in Ihrem Arbeitsteam bestens bekannt: Die Einfälle wirbeln chaotisch
durcheinander, kommen aus allen Himmelsrichtungen. In solchen Fällen
macht unser Gehirn nichts anderes, als alle Tanks seines unerschöpflichen
Reservoirs gleichzeitig anzuzapfen - und dies auch noch auf mehreren Ebenen
(wie z.B. Gefühle, Logik, Wissen). Sitzen dann noch mehrere Denker
beisammen und lassen es "sprudeln", ist das Chaos perfekt. Die
folgende Übung basiert auf den "Thinking Hats" von Eduard
de Bono und soll uns anregen, die eben beschriebenen Denkprozesse zu entwirren
und nur jeweils einen Tank als Inspirationsquelle zu nutzen. Jede Feder/Farbe
repräsentiert dabei einen bestimmten Denkstil. Die Rollenspiel -
Technik eignet sich hervorragend für Teams, wenn es beispielsweise
um Ideenfindung oder um festgefahrene Positionen geht. Aber Sie können
sich natürlich auch alleine daran versuchen. Benötigt werden 6 Federn in den Farben weiß, rot, schwarz,
gelb, grün und blau (die gibts in jedem Spielwarengeschäft)
– und natürlich ein Anliegen, ein Problem, eine Fragestellung.
Die Federn werden unter den Teilnehmern verteilt. Jeder steckt sich eine
Feder an; nach "Gebrauch" werden sie reihum weitergegeben. Wichtig
ist, dass jeder einmal im Besitz jeder Farbe ist und dabei in seinen Äußerungen
ausschließlich von der jeweiligen farblichen Bedeutung ausgeht.
Die Reihenfolge weiß, rot, schwarz, gelb, grün und blau ist
verbindlich. Weiß: steht für Neutralität, aber auch für Zahlen und Fakten. Hier zählen nur objektive Informationen und nachweisbare Daten; persönliche Meinungen und Interpretationen sind unzulässig. Frage: Was wissen wir? Rot: steht für Gefühle, Intuition. Der Träger dieser Feder zeigt seine Emotionen offen und darf aus dem Bauch heraus agieren, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Frage: Was spüren wir? Schwarz: Der Träger dieser Feder sieht als Advocatus Diaboli im wahrsten Sinne überall "schwarz". Er nörgelt, übt Kritik, spricht die Gefahren und Risiken an, findet Einwände und steht auf der Euphoriebremse. Frage: Was spricht dagegen? Gelb: Diese Feder steht für Sonnenschein. Ihr Träger denkt entsprechend positiv und zuversichtlich. Konstruktive Vorschläge stehen im Vordergrund; Visionen und Hoffnungen sind erlaubt, sofern sie nicht zu euphorisch geäußert werden (dies bleibt der roten Feder vorbehalten). Frage: Was spricht dafür? Grün: Die Farbe steht für üppige Vegetation und Wachstum. Der Träger dieser Feder agiert schöpferisch und sucht spielerisch nach neuen Ideen und Alternativen. Es ist die eigentliche kreative Feder. Frage: Wie könnte es anders gehen? Blau: Blau steht für Himmel und übergeordnete Sichtweise. Ihr Träger sortiert und verknüpft das bisher Vorgebrachte. Mit diesen Eigenschaften fungiert ihr Träger sozusagen als Sitzungsleiter. Frage: Wie wollen wir es strukturieren?
Und? Wie ist es Ihnen bei dieser Gedankenfliegerei ergangen? Haben Sie alle auch noch so ver-rückten Ideen zu Papier gebracht? Die Hauptsache ist, dass Sie Spaß dabei hatten, Ihr Denken einmal ganz gezielt in neue Bahnen zu lenken. Ich freue mich übrigens, wenn Sie mir die Eindrücke und Resultate Ihrer geistigen Höhenflüge mitteilen: creative-coaching@aon.at.
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Dr. Peter Stalder
| Goethestrasse 9 | A-8010 Graz | +43 316 32 66 52 | +43 664 132 10 65
| creative-coaching@aon.at |
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